Wie entsteht Bisexualität?

Sie wird einfach frei gelegt, denn sie ist schon immer da. Als Kinder verlieben wir uns viel freier mal in Jungs, mal in Mädchen, bis uns von den eifrigen Großen beigebracht wird, dass wir nur die Einen heiraten können.

Sigmund Freud stellte in der Entwicklung der Psychoanalyse schon 1910 fest, dass der Mensch bisexuell angelegt sei, und dass es nur drauf ankommt, was wir zulassen.

Monosexualität wurde von den alten Überlebens-Mythen und Religionen als Familienbild festgelegt, nach dem die Gruppen- und Stammes-Strukturen des Matriarchats abgelöst wurde.

In alten Kulturen gab es noch viel mehr Götter, Rollen und Verhaltens-Möglichkeiten, für die zum Beispiel unentschiedene Menschen auch als Heilende eine eigene Aufgabe hatten, nicht alle auf Berufs- und Familien-Rollen festgelegt.

Nach den Verstörungen durch Flucht und Krieg, auch über Jahrhunderte in unserem Land, suchen viele nach der Sicherheit in einer festgelegten Rolle, brechen aber auch wieder aus, wenn die Umstände verändert sind:

Eltern können nicht immer in der Fürsorge-Rolle bleiben, Partner mit unpassenden Sexualitäts-Vorstellungen brauchen neue Formen wie offene Beziehungen oder gute getrennte Partnerschaften.

und heute ist mehr im Netz zu finden: www.bine.net

Es ist Bi-Visibility-Tag, eine Welle, die erst langsam aus den englisch-sprachigen Ländern herüber schwappt, denn in unserer Kultur ist die Veränderung immer noch negativ belastet:

Du warst doch sonst nicht … sagen Freunde schnell mal, wenn etwas Neues in unserem Leben auftaucht, und jetzt?

www.bimuc.wordpress.com

 

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Schwangeren-Beratungen in München

Daneben gibt es natürlich in vielen Orten weitere Beratungsstellen, wie in zwanzig größeren Städten in Freising und Haar etc. von Donum Vitae Bayern

Hinweise aus dem Münchner Flüchtlingsrat, der einen wunderbaren Newsletter herausgibt,

Wir sind für unsere Arbeit auf Spenden angewiesen. Wenn ihr uns unterstützen wollt, freuen wir uns sehr über eine Spende an:

Münchner Flüchtlingsrat e.V., Stadtsparkasse München,
BLZ 701 500 00, Kto.Nr. 314 344,
IBAN: DE22701500000000314344
Oder über eine Fördermitgliedschaft. Mehr Infos dazu hier

Ältere Newsletter könnt ihr hier nachlesen. Bis nächste Woche 🙂

  • Infos der Münchner Schwangerschaftsberatungsstellen

hier findet Ihr die Kontaktdaten zu den verschiedenen Beratungsstellen, hier eine Präsentation für Geflüchtete in Sachen Schwangerschaftsfragen. Zusätzlich dazu hier eine Checkliste, was vor und nach der Schwangerschaft zu erledigen ist (englische Version hier) und hier eine Checkliste zur Vorgehensweise für finanzielle und sonstige Unterstützung.

  • Fachvortrag „Flucht und Migration Folgen für Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit mit Kind“

am Montag, 9. Oktober 2017, 17.00 Uhr. Anmeldung bis 27. September, kostenlose Teilnahme. Mehr Informationen hier.

  • App zum Deutschlernen durch Chats und Diskussionen

Aufbau als Soziales Netzwerk – v.a. für Personen aus arabischen Ländern. Link zum Play Store hier.

  • Dossier Afghanistan

von Dipl. Ing. Thorsten Liermann zur Analyse der politischen Situation in Afghanistan, erstellt aus Infoquellen und Medienberichten zu Afghanistan, mit besonderem Fokus auf die Situation der Hazara: Hier

Auszug aus den Veranstaltungen

  • Dialogkonferenz „Migrantenorganisationen und Geflüchtete als Partner – Ein Dialog über Engagement, Chancen und Perspektiven“

am 06. Oktober 2017 von 18 bis 21:30 Uhr im Eine Welt Haus – Eintritt frei. Mehr Informationen hier.

  • Tag der offenen Tür bei Refugio München

am 13. Oktober von 14 bis 17 Uhr. Es gibt verschiedene Vorträge, Informationen und außerdem Kaffee und Kuchen. Hier alle weiteren Informationen.

  • Asylsozialberatung oder Abschiebeförderung. Versuche der politischen Nutzbarmachung unabhängiger Sozialberatung – eine aktuelle und historische Einordnung

Am Donnerstag, den 05.10.2017 um 19 Uhr im DGB Haus München in der Schwanthaler Straße 64. Mehr Informationen hier.

  • 1. Ostbayerischer Asylgipfel unter dem Motto „Ausbildungs- und Arbeitsverbote in Bayern“

in Straubing – für Helferkreise aus Niederbayern und der Oberpfalz. Mehr Informationen und Anmeldung hier.

  • Fachtagung „Frauenhandel bekämpfen: Erfahrungen und Projekte aus Osteuropa“ der Hanns-Seidel-Stiftung

am 17. Oktober 2017 von 10.00 bis 16.30 Uhr im Konferenzzentrum München (Lazarettstr. 33). Weitere Informationen und das Programm gibt’s hier, das Anmeldeformular ist hier zu finden.

  • Seminar „Kartierung – Rassismus – StadtRaum“

am Donnerstag, 19. Oktober,10:00 bis 16:30 Uhr. Es geht um das Verhältnis von Rassismus und Stadt, gesellschaftliche Machtverhältnisse und Räume. Mehr Informationen hier.

  • 20 Jahre INKOMM, Fachveranstaltung und Workshops

Zum Jubiläum findet  am 05. Oktober 2017 von 16.30 bis 19.00 Uhr eine Auftaktveranstaltung mit Vorträgen statt. Am 10. Oktober gibt es verschiedene Workshops und am 17.10. die Fachveranstaltung „Auswirkungen einer polarisierenden Gesellschaft auf Jugendliche – Eine Herausforderung für die Jugendarbeit?!“. Weitere Informationen zum Programm hier, Anmeldeformular hier.

  • Fachvortrag „Heimweh ist wie Zimt, bitter und süß – Vom Umgang mit dem Phänomen Heimweh in Beratung und Therapie“

am Freitag, 20. Oktober, 10.30 – 14.15 Uhr. Anmeldung bis 13. Oktober, kostenlose Teilnahme. Mehr Informationen hier.

  • Fachvortrag „Flucht und Migration Folgen für Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit mit Kind“

am Montag, 9. Oktober 2017, 17.00 Uhr. Anmeldung bis 27. September, kostenlose Teilnahme. Mehr Informationen hier.

  • Pantomimentheater für Kinder und Erwachsene über alle Grenzen hinweg – interkulturell und inklusiv

für Kinder und Erwachsene, für Geflüchtete und Einheimische – schafft gemeinsames Erleben und Verständigung über alle Grenzen hinweg. Das Theater ohne Worte findet im Oktober und November 2017 an zwölf verschiedenen Terminen in den Münchner Stadtbibliotheken. Weitere Informationen und Terminliste hier.

Bildungsangebote

Für Geflüchtete

  • Integrationskurse/ B2-Kurse des Vereins „Hilfe von Mensch zu Mensch“

hier findet Ihr das Kursangebot für München, hier das Angebot für den Landkreis. Jeweils gibt es verschiedene Kursmöglichkeiten in Septmeber und Oktober.

  • Nachrückerplätze für Berufsintegrationsklassen

sowohl für das erste als auch das zweite Schuljahr. Zuweisung der freien Plätze erfolgt über IBZ Sprache und Beruf/Bildungserstclearing, Streitfeldstraße 23, 81637 München, 4. Stock. Bei Interesse möglichst bald in die Beratung gehen: Montag, Mittwoch, Freitag von 9.00 bis 12.00 Uhr, Donnerstag von 13.30 bis 17.00 Uhr.

  • kostenlose Qualifikation zum Betreuungsassistenten durch das DEB

für Ü25 Bleibeberechtigte und Flüchtlinge mit Arbeitsmarktzugang aus dem Stadtgebiet München; Sprachniveau A2. Weitere Informationen hier.

  • Integrationskurse mit Alphabetisierung bei Integra München

hier eine Übersicht der aktuellen Kurse.

Für Ehrenamtliche und Hauptamtliche

  • Webinar „Selbstbewusst im Engagement für Geflüchtete – Strategien und Argumente gegen rechte Parolen“

der Akademie Management und Politik der Friedrich-Ebert-Stiftung am 18.10.2017, von 18.00 bis ca. 19.45 Uhr. Das Webinar können Sie bequem von Ihrem PC zu Hause aus verfolgen. Für mehr Infos und zur Anmeldung geht’s hier.

  • Fortbildung „Kulturelle und künstlerische Projektarbeit mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen“ von Refugio München

am 25. und 26.09. von 9:00 bis 16:30 Uhr. Zur Anmeldung geht es hier, der Preis beträgt 225€.

  • Traumakurs für Dolmetscher zur Ersterkennung und Hilfe zur Selbsthilfe

am 21./22. November. Für Ehrenamtliche werden die Teilnahmekosten übernommen. Mehr Informationen und Anmeldeinformationen hier.

  • Workshop zu diskriminierungssensibler Bildungsarbeit

in den Räumlichkeiten der AGFP, Waltherstrasse 22 am 13. und 14. Oktober. Kosten 20€ pro Person, mehr Informationen und Anmeldung hier.

  • Fortbildung „Fachwissen zu gleichgeschlechtlichen Lebensweisen“

für  Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhilfe. Die Fortbildung findet am 14. November 2017 von ) bis 17 Uhr statt. Mehr Informationen und Anmeldeformular hier.

Für alle

  • MuMM- Migrant_innen klären Geflüchtete auf – Projekt der Münchner Aids Hilfe

Das Projekt kann kostenfrei für Organisationen oder Unterkünfte angefragt werden. Mehr Informationen hier.

  • Interkulturellen Workshop von Refugio  „Verstehen und verstanden werden“ (geänderter Ort!)

am Samstag, 7. Oktober von 10-16 Uhr im Bellevue de Monaco, Müllerstr. 2. Eingeladen sind Ehrenamtliche und Geflüchtete, der Workshop findet in Dari und Deutsch statt. Mehr Informationen hier. Anmeldung bis 27.09.2017.

Protestaktionen

  • Antifaschistische Demo zum OEZ-Prozess

am 23.9.17 findet in München eine antifaschistische Demonstration
anlässlich des OEZ-Waffenhändler-Prozesses statt. 15 Uhr, Nymphenburger/Sandstraße,
München. LINK: http://antifa-nt.de/?page_id=3148

Stellenangebote

  • Berater/in  für Schwangerschaftsfragen

zum 01.01.2018 im Evangelischen Beratungszentrum München e.V. – Bewerbung bis 31.10. Zur Stellenausschreibung geht es hier.

  • Projektmitarbeiter/in für Anerkennungsberatung im Netzwerk MigraNet

bei der Tür an Tür Integrationsprojekte gGmbH in Augsburg. Stellenausschreibung hier.

  • Berater/in Antidiskriminierung bei BEFORE

Zur Stellenausschreibung hier.

Sonstiges

  • Spiel mit! Interkulturelles Theater

Am Mittwoch 4. Oktober, 19:00 Uhr, Mohr-Villa Freimann, Situlistr. 75. startet ein neues Theaterprojekt mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten und Münchner Schüler*innen. Es soll bis März 2018 ein emotionales, poetisches Bildertheater entwickelt werden. Dieses soll dann von April bis Juli gespielt werden! Bei Interesse meldet euch beim Regisseur, Viktor Schenkel, unter 0174 / 99 13 300.

  • Umfrage zu Masterarbeit zu sekundärer Traumatisierung in der Arbeit mit Flüchtlingen

Im Rahmen einer Arbeit an der Universität Innsbruck im Fach Psychologie werden derzeit Teilnehmer aus der Flüchtlingsarbeit gesucht. Bearbeitungszeit ist ca. 15 Minuten – hier geht es zur Befragung.

 

Demo für alle Lebensfeinde


Es gibt eine Menge Religioten: Verbohrte Rechte, die mit biblischen Formulierungen, kirchlichen Vorschriften und ihren rassistischen Ängsten (die aus altem schlechtem Gewissen des Kolonialismus kommen) und kirchlichem Mäntelchen den Anderen Vorschriften machen wollen:


06.09.2017, 15:00 Uhr
Max-Joseph-Platz, München, Bayern

Das Aktionsbündnis „Vielfalt statt Einfalt“ lädt zu einer Kundgebung ab 15 Uhr ein. Anlass ist die geplante Bustour durch Deutschland des homofeindlichen Bündnisses „Demo für alle“ (s. queer.de-Link), die mit einer Kundgebung zwischen 15 und 18 Uhr am Karlsplatz/Stachus beginnen soll.

Das Bündnis, das am Vorabend zu einer Info-Veranstaltung über „Demo für alle“ & Co. ins Sub lädt (ein lange vorab geplanter Termin), schreibt in der Einladung: „Aufstehen für Vielfalt statt Einfalt! – Aufstehen gegen Feindlichkeit gegenüber queerer Vielfalt und Antifeminismus! Ihr seid herzlich eingeladen, an der spontanen Kundgebung teilzunehmen. Setzt mit uns gemeinsam ein Zeichen für die Akzeptanz von Vielfalt in Bildung und Gesellschaft und gegen die LGBTIQ*-feindliche Hetze der sogenannten ‚Demo für Alle‘. Bringt Regenbogenfahnen und Schilder mit. Seid bunt, fröhlich und queer.“

Am Folgetag will der Bus in Stuttgart Halt machen, wo ebenfalls eine Gegenkundgebung geplant ist. Am Freitag soll es dann in Karlsruhe weiter gehen.

opernpalmen

Freundschaft plus

In der Sexualpädagogik lernen nicht nur die SchülerInnen, auch wir lernen ständig durch die Fragen der Kinder und Jugendlichen dazu.
Das ist der enorme Dank für ein Vertrauensverhältnis, das in manchen Gruppen und in wenigen Klassen entstehen kann, weil wir mit den Themen der Jungen, aber mit schul-fremden Verhaltensweisen kommen.

Was ist nun Freundschaft plus?

Es kam in einer Gymnasial-Klasse als Frage im Rahmen der Themen-Sammlung, ob wir dazu was wüssten / erzählen könnten, und schon lernten wir, denn wir hatten keine Ahnung, was gemeint sein könnte:

Mit Freundschaft plus ist unterden Jugendlichen gemeint, in einer Freundschaft miteinander Sex zu erproben und ergründen, obwohl man bewusst keine (monogame) Liebesbeziehung der bisherigen gesellschaftlichen Vorstellung haben möchte.

Ich war erstaunt, kennen wir doch als Haupt-Themen vieler Kinder und Jugendlicher die Frage: „Gehst du mit mir“ / Liebt er / sie mich? Er hat mich verlassen (von Jungs kam das noch nie) und die ganzen Fragen des eigenen „Marktwertes“ aus dem abwechslungsreichen oder langfristigen Beziehungsleben.

Die Begriffe oder Schimpfworte „Schwul“ und „Schlampe“ sind dabei eher nicht echte Zuschreibungen, auch wenn es oft so empfunden wird, sondern ein Ausdruck von Enttäuschung, Kränkung und Verletzung. Die Erwartungen sind zu hoch, die Antworten zu dürftig, die Moral ist nicht wirklich greifbar: Was haben wir uns versprochen?

Gleichzeitig fehlt verlässlicher Ausdruck oder Slang, denn die Frage oder Umschreibung „Willst du mit mir gehen?“ sagt nichts konkretes aus, außer der momentanen Monogamie als Besitzanspruch, aber nichts über die Bedingungen und Grenzen: Küssen und schmusen, fummeln oder gar Sex?

Je nach Alter und Umfeld werden bestimmte Erwartungen summiert, „mit Zunge“ oder ohne, mit „an die Brust streicheln dürfen“ oder nicht, und die Bewertung durch Dritte: „Der hat noch gar keine angefasst“ (ist er schwul, verbringt er seine Zeit nur mit Jungs?) bis zum anderen Extrem: „Die treibt es mit Jedem“, ist für jeden zu haben, eine Schlampe?

Freundschaft

hat für viele Jugendliche mehr zu bedeuten, als nur Beziehungs-Versuche

Für viele Kinder und Jugendliche ist eine Freundschaft der wichtigste Bezug außerhalb der Familie, mit oder ohne Geschwistern, eine Beziehung, in der anderes als das eigene Familienleben zu erfahren ist.

Freundschaft war schon seit Alters her und besonders in der Romantik die Möglichkeit, eine andere Beziehung als die familiäre zu erproben und die Freiheit darin zu genießen, sie unabhängig zu gestalten. Auch alle Erforschungen, wie fetisch-orientierte Erotik, homosexuelle Freundschaften und mehrfache Beziehungen sind unter diesem Stichwort zu Hause.

Freundschaft plus

ist eine Möglichkeit, sich in der Sicherheit einer Freundschaft den sexuellen Erfahrungen anzunähern, die der eigene Körper noch nicht kennt. Unter Jungs ist das eine ebenso alte Herangehensweise, früher als pubertäre Homosexualität eingeordnet, wie sie unter jungen Frauen als Vertrauen in der Entwicklung der eigenen Periode und in Fragen der Verhütung ausgetauscht wird.

Aber in einer gemischten Freundschaft?

Auch daran werden sich vielleicht einige Lesende erinnern, doch haben wir nie darüber gesprochen. Das waren die Reste der postfaschistischen Erziehung und die vermarktete romantische Liebe, die bis heute alle Hochzeiten umkleiden darf, und die niemand ungestraft in Frage stellen darf: Lieblos und unromantisch wären noch die mildesten Attribute, Beziehungs-Unfähigkeit und Gefühllosigkeit die härteren Urteile, und ein Ende der Freundschaften nahe.

Postfaschismus: Prägungen des „3.Reiches“

Die Kleinfamilie der Nazi-Propaganda wurde in den 1950er Jahren mit Häuschen bauen und Kühlschränken, Fernsehern und Autos endlich verwirklicht, die Hausfrau und Mutter hütete den Herd, bis eine Aufklärung und Befreiung im Lauf der 1960er Jahre auch in den Medien die ersten Scheidungen überlebbar machte, zuerst bei SchauspielerInnen, dann auch bei Politikern, bis dann die Berufstätigkeit, später dann die Forderung der Gleichberechtigung die Themen der Sexualität erreichten.

Das gab es als Bewegung schon einmal in den 1920er Jahren bis 1933: Frauenkreise, die mit Ärzten zusammen die Aufklärung der Jugendlichen und die Straffreiheit der Abtreibung betrieben, auch als skandalisierte Theaterstücke von Ibsen und Wedekind, …

Reden über Sexualitäten

Manche Eltern und auch Lehrkräfte erzählen uns von ihren Problematiken, mit den Kindern, die plötzlich schon so groß sind, über diese Dinge zu reden. Da sagt uns die Inzest-Sperre in der Psyche, dass die Kinder immer noch zu klein sind … und die fragen plötzlich, ob die Freundin, der Freund, übernachten kann. „Wir haben so viel zu besprechen …“

 

 

 

Sexualwissenschaft vor 150 Jahren vor dem Juristentag in München

Damals hatte Karl Heinrich Ulrichs (wikipedia) noch das Pech, wegen „Unsittlichkeit“ seines Anliegens beim Kongress der deutschen Juristen in München nieder geschrieen zu werden:

Sein Antrag auf Diskussion der Straffreiheit für jenes andere Geschlecht, das von der Ordnung der Hetero-Sexuellen (wie wir heute sagen würden, er benannte sie: Dioninge, nach den griechischen Sagen des Platon, der die Kinder des Zeus beschrieb)

gar nicht beurteilt werden könne, denn Urninge, die Kinder des Uranus, sind einfach Männer-liebende Männer, was die anderen gar nicht akzeptieren und verstehen können.

Das entsprechende galt für ihn gleichartig für die Frauen, von denen ihn einige als ersten Feministen bezeichneten, und für gemischte Beziehungen beider Arten.

Sein Konzept:

deel1auxkaedwyl

Nun fehlt hier natürlich noch die weibliche Seite,
und seine Forschung zu Hermaphroditen, die später Zwitter und heute Intersexuelle genannt werden.

Das folgt vielleicht erst nach unserem Festakt, am 26.8.17 im NS-Dokuzentrum München

https://www.ns-dokuzentrum-muenchen.de/veranstaltungen/details/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=85&cHash=56451d9b0d72b6fe9f5f821413706ea2

www.invertito.de

www.forummuenchen.org

Am Schluss ein Beitrag zu http://www.offene-rechnung.org/

Beiträge mit weiteren Gedanken und Links auch auf

www.fairmuenchen.de

www.eineweltnetz.org

 

 

Bisexualität: Das B in LGBT*i

Das B, die Bisexualität, wird in vielen lesbischen und schwulen Kreisen noch als Übergangsphase abgetan, als Unentschiedenheit oder als mögliche Untreue auf dem Weg in’s romantische Zweier-Beziehungs-Glück, der brav imitierten Hetero-Ehe.

LGBT*I: Lesbian Gay Bisexual Trans *fluid (nicht definiert) Intersexual Queer

[unter queer sind auch alle Heterosexuellen mit dem Bewusstsein der biografischen Veränderungsmöglichkeit (im Lauf des Lebens) mit einbezogen, intersexuell meint alle Personen mit uneindeutigen / beiden Geschlechtsmerkmalen]

Das B hat viel mehr in sich, als dass es leicht darstellbar wäre.wp-image-1768879614jpeg.jpeg

Die Gruppe der Schwulen Väter hat es auch schon lange als Gruppe ins Schwulenzentrum geschafft, wo aber vor allem die weiblichen Bisexuellen sich lange nicht wohl fühlten, doch ist nun die Vielfalt größer:

Es ist bei manchen ein früher Beginn, beide Geschlechter als liebenswert zu erleben, bei manchen eine späte biografische Erfahrung, nach allerlei ähnlichen Erfahrungen mit dem einen Geschlecht plötzlich noch ganz andere Erlebnisse zu entdecken.

Für manchen wird daraus eine neue Lebenshaltung:

In einer Beziehung, in der Familie zu bleiben und gelegentlich andere Abenteuer zu finden, oder in wechselnden oder gleichzeitigen Beziehungen leben zu können, wo wir im Übergang zur Polyamorie landen,

Polyamory

ist eigentlich ein eigenes Feld, denn es hat nicht mit offener / wechselnder Orientierung zu tun, während viele Bisexuelle genau darin eine Irritation erleben können:

Sexuelle Orientierung?

Sigmund Freud ging schon am Ende des vorletzten Jahrhunderts davon aus, dass jeder Mensch bisexuell angelegt sei, also zu jeder Orientierung fähig.

Interessant ist es, in welchem Alter die jeweilige Einstellung oder Vorstellung entsteht, und wann sie sich wieder verändert:

Manche Jungs wissen mit 11 Jahren, dass sie anders sind / schwul sind, manche bemerken erst später, wo ihre Augen, ihre Interessen sind, in wen sie sich verlieben und mit wem sie Beziehungen haben oder versuchen wollen.

Von Mädchen kenne ich einzelne ähnliche Aussagen, zur Bisexualität allerdings bisher nicht, und die neue Linie der bisexuellen ‚Role-Models‘ in den Computer-Spielen und Netflix-Serien wirken in einer noch eher unbeforschten Generation:

Jugendstudie

des Deutschen Jugendinstitut folgt als Link: www.dji.de/index.php?id=43441

Coming-out – und dann …?!

Coming-out-Verläufe und Diskriminierungserfahrungen von lesbischen, schwulen, bisexuellen und trans* Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland

Laufzeit: 15.12.2013 – 31.05.2016

Aktuell in Berlin:

Fachtagung LSBTTQ: Vielfalt als Stärke – Vielfalt als Herausforderung!

Auf der Fachtagung möchte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes zunächst die Detailergebnisse ihrer Betroffenenbefragung zur sexuellen Orientierung vorstellen.

Wie können Diskriminierungen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans wegen des Alters, der ethnischen Herkunft, einer Behinderung oder des Geschlechts vermieden werden?

Wie funktioniert die Zusammenarbeit innerhalb der Community und wie gestaltet sich in Zeiten wachsenden Populismus die Kommunikation mit der Mehrheitsgesellschaft? Diese und weitere Fragen sollen auf der Fachtagung diskutiert werden.

Die Veranstaltung findet statt am Dienstag, den 12. September 2017 von 09:30 bis 16:30 Uhr im Tagungswerk – Lindenstraße 85 – 10969 Berlin.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich.
Zur Homepage der Antidiskriminierungsstelle
http://www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/Home/home_node.html

Aus dem empfehlenswerten Newsletter des

Institut für Sexualpädagogik
Geschäftsstelle
Friedrich-Ebert-Ring 37
D-56068 Koblenz
fon +49 (0)261 1330637
info@isp-dortmund.de
www.isp-dortmund.de


Literatur:

Erwin J. Haeberle

Bisexualitäten – Geschichte und Dimensionen
eines modernen wissenschaftlichen Problems

Erschienen in: Bisexualitäten – Ideologie und Praxis des Sexualkontaktes mit beiden Geschlechtern, hg. von E. J. Haeberle u. R. Gindorf, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, 1994, S. 1-39

grad nicht gefunden: 10. April 2014
LGBT-Konzept Offene Kinder- und Jugendarbeit
In der Umsetzungsarbeit zu unserer Jugendstudie hat die Koordinierungsstelle für Gleichgeschlechtliche Lebensweisen gemeinsam mit dem Stadtjugendamt, dem Kreisjugendring, dem Münchner Trichter und dem Fachforum Freizeitstätten ein Konzept entwickelt, in dem die Grundlagen, die Werte und Haltungen in Bezug auf sowie der Umgang mit dem LGBT-Thema in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in München festgelegt werden.
Dieses Konzept wurde heute von der Fach-ARGE Offene Kinder- und Jugendarbeit einstimmig angenommen und ist damit Bestandteil der Rahmenkonzeption OKJA.
Mit dem Beschluss von heute ist ein erster Meilenstein in der Umsetzung der Jugendstudie erreicht worden, was uns sehr freut, umso mehr, als er reale Auswirkungen für Jugendliche haben wird.
Das Konzept wird nun als kleine Broschüre gestaltet und dann veröffentlicht.
Hier die Infos zur Jugendstudie und das Konzept:
http://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Direktorium/Koordinierungsstelle-fuer-gleichgeschlechtliche-Lebensweisen/Jugendliche-Lesben-und-Schwule/Befragung.html
(in der Koordinierungsstelle nachfragen oder selber suchen?)

150 Jahre verdruckste Schwulen-Politik

Die „Ehe für Alle“ oder Sprechverbot über Homosexualität? Todesstrafe oder Ministerpräsident? Alles scheint möglich, aber die Hälfte spinnt noch immer.

Die Nazis waren Vorreiter der Verfolgung

wie Nigeria und Tschetschenien: Was für seltsame Kombinationen!

Dabei war die SA durchaus in schwuler Leitung gewesen und erst in der „Nacht der langen Messer“ begann die massive Verfolgung, die Gültigkeit des §175 ging dafür über die Adenauerzeit bis fast 1990.

Der Kampf gegen die Verfolgung Karl_Heinrich_Ulrichs

begann vor 150 Jahren durch Karl Heinrich Ulrichs am 29.8.1867 öffentlich zu werden:

Beim Juristen-Kongress im Odeon in München

„… rechne ich es mir zum Ruhme an, dass ich am 29. August 1867 in München in mir den Muth fand, Aug´ in Aug entgegenzutreten einer tausendjährigen, vieltausendköpfigen, wuthblickenden Hydra, welche mich und meine Naturgenossen wahrlich nur zu lange schon mit Gift und Geifer bespritzt hat, viele zum Selbstmord trieb, ihr Lebensglück allen vergiftet. Ja, ich bin stolz, dass ich die Kraft fand, der Hydra der öffentlichen Verachtung einen ersten Lanzenstoß in die Weichen zu versetzen.“

Tobende Juristen

Der Sexualwissenschaftler Volkmar Sigusch nannte Ulrichs wegen dieses bewussten „Coming-out“ und seiner selbstbewussten Haltung den „ersten Schwulen der Weltgeschichte“.[3] Mit seiner Forderung der urnischen Ehe und seiner Idee für einen Urnings-Bund hat er die Forderungen einer emanzipatorischen lesbisch-schwulen Bürgerrechtsbewegung vorweggenommen. (wikipedia)

Grabstelle Karl_Heinrich_Ulrichs wikipedia„Na ja, es hat dann letztlich doch noch etwas länger gedauert… mit der rechtlichen Gleichstellung , ich habe es nicht mehr erlebt, ich… mich zog es zuletzt in die Gefilde, die auch unserem geliebten Platen als letzte Heimat dienten und widmete mich dem Lateinischen und den Lerchen.“

Wiederauflebend: “ Ihr aber, seht wie ihr hier sitzt, wie ihr hier feiert… so ist es zum Schluss doch gelungen! Und ihr habt meiner gedacht mit einem eigenen Platz in München. Und ich kann euch verraten: In Aquila,um meine weiße Grabplatte, steppt heute abend der schwule Bär, und der ist kein Problembär mehr!“


„Er solle doch wenigstens lateinisch sprechen“ und sonstige empörte Ausrufe sind auch im NS-Doku-Zentrum München demnächst wieder zu erleben:

Freitag, 25.08.2017 – Sonntag, 27.08.2017

Festakt zum 150. Jahrestag der Rede von Karl-Heinrich Ulrichs auf dem Deutschen Juristentag in München

und Jahrestagung des Fachverbands Homosexualität und Geschichte (FHG) www.invertito.de

Im Jahr 2017 kann ein besonderes Ereignis der gesellschaftlichen Formierung der bis dahin unterdrückten, ausgegrenzten und verfolgten Minderheitengruppe der Homosexuellen gefeiert werden:

Zum 150. Mal jährt sich der Auftritt von Karl Heinrich Ulrichs am 29. August 1867 vor mehr als 500 deutschen Rechtsgelehrten auf dem Münchner Juristentag im großen Saal des Odeon. fhm_200x200

Ulrichs’ Forderung war revolutionär, da er mit seinem öffentlichen Eintreten für die reichs-einheitliche Straffreiheit gleichgeschlechtlicher Beziehungen einen wesentlichen Beitrag zum Bewusstsein für eine rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung der Homosexuellen leistete.

Programm:
Samstag, 26. August Tagung des FHG

  • Vorträge von Maria Bühner (Mitarbeiterin am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig): Im Aufbruch: Die Lesbenbewegung der DDR aus emotions- und körperhistorischer Perspektive,
  • Raimund Wolfert (Mitarbeiter der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft): Ernst Ludwig Driess. In der Tradition Magnus Hirschfelds,
  • Ariane Rüdiger (Freie Journalistin und Lektorin): Der Münchner Arbeitskreis Lesben und Arbeit – ein Einblick in lesbische Befindlichkeiten „on the job“ in den frühen 1990er Jahren, Kirsten Plötz (Freie Historikerin, Hannover): Zentrale
  • Ergebnisse des Forschungsprojekts über Verfolgung und Diskriminierung im jungen Bundesland Rheinland-Pfalz und Matthias Gemählich (Promovend im Fach Geschichte an der Universität Mainz): Die Verfolgung von Homosexuellen in der NS-Zeit in Nürnberg

Ort: Seminarräume des NS-Dokumentationszentrums, Brienner Str. 34, 80333 München Uhrzeit: 10:00–13:00 Eintritt: frei, bitte am Info-Desk des NS-Informationszentrums nach den Seminarräumen fragen

Stadtrundgang auf den Spuren von Karl Heinrich Ulrichs

Treffpunkt: Karl-Heinrich Ulrichs Platz 15:30–17:30 Eintritt: frei, begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung: veranstaltungen.nsdoku@muenchen.de; 089-233-67015

Festakt zu Ehren von Karl Heinrich Ulrichs

  • Re-Enactment des Auftritts von Karl-Heinrich Ulrichs vor 150 Jahren im Münchner Odeon durch Laienschauspieler, unterstützt durch eine Theatergruppe
  • Vortrag von Wolfram Setz zur Biografie Karl-Heinrich Ulrichs und zur aktuellen Ulrichs-Forschung
  • Grußwort von Anke Müller-Jacobsen, Vertreterin des Deutschen Juristentags
  • Vortrag von Andreas Pretzel zur Entwicklung des § 175
  • Moderiertes Schlusswort von Betroffenen des § 175

Ort: Vortragssaal des NS-Dokumentationszentrums, Brienner Str. 34, 80333 München
Uhrzeit: 19:00–21:00 Eintritt: frei, mehr Informationen und Programminfos demnächst auf www.forummuenchen.org